Church and Peace begrüßt Verleihung des Bremer Friedenspreis an Maria Biedrawa

Mitteilung des Vorstandes von Church and Peace: Vorstand von Church and Peace begrüßt Verleihung des Bremer Friedenspreis an Maria Biedrawa und lädt ein zur diesjährigen Europäischen Konferenz in Brüssel

„Heute dem Krieg widerstehen – Kollektive gewaltfreie Alternativen vorbereiten“

Wethen, 13. Juni 2024

Der Vorstand von Church and Peace begrüßt mit großer Freude die Verleihung des diesjährigen Bremer Friedenspreises, der von der Bremer Stiftung "die schwelle"(Link ist extern) ausgeht, an sein Vorstandsmitglied Maria Biedrawa. Sie ist seit 20 Jahren in verschiedenen afrikanischen Ländern in der Friedensarbeit aktiv, vor allem der Zentralafrikanischen Republik, in der die Religionen zum Anheizen von bewaffneten Konflikten instrumentalisiert wurden. Zusammen mit lokalen Gruppen unterstützt Maria die psychosoziale und spirituelle Begleitung von Trauma erfahrenen Menschen mit dem Ziel, die Spirale der Vergeltung aufzulösen. Menschen fühlen sich ermächtigt, zusammen mit ihren christlichen oder muslimischen Gemeinschaften durch gewaltfreien Widerstand und Versöhnungsarbeit Sicherheit vor Ort herzustellen wie auch Friedensprozesse aufzubauen. Als europäisches friedenskirchliches Netzwerk Church and Peace fühlen wir uns gewürdigt, weil das Engagement von Maria Biedrawa zugleich beispielhaft für das vieler unserer Mitglieder steht.

Wir freuen uns ebenso über die gleichzeitige Preisverleihung an Connection e.V.(Link ist extern) Seit über 30 Jahren schützt der Verein Wehrdienstverweiger:Innen, aktuell vor allem Menschen aus Russland, Belarus und der Ukraine, und fordert ein, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, das seit 1987 ein von der UNO anerkanntes Menschenrecht ist, auch und gerade in Kriegszeiten gilt.

Diese Ehrungen sind ermutigende Zeichen in Zeiten wie diesen:

Weltweit dreht sich die Rüstungsspirale:

  • Die Militärausgaben haben 2023 einen Höchststand von 2443 Milliarden US-Dollar(Link ist extern) erreicht, weitere Steigerungen sind absehbar. Rüstungsexporte werden ausgeweitet statt begrenzt.
  • Dieses Geld fehlt für die dringend notwendigen, weil längst überfälligen Maßnahmen für Klimagerechtigkeit, gerechte Entwicklung, Bildung und soziale Gerechtigkeit.
  • Dies wiederum produziert weitere Konflikte, Gewalt und Fluchtbewegungen innerhalb von Ländern wie auch zwischen Staaten und Regionen.
  • Die Handlungsspielräume der Zivilgesellschaft werden immer enger(Link ist extern); dazu gehört die Einschränkung des Diskurses über Alternativen zu militärischer Sicherheitspolitik angesichts der aktuellen Konflikte sowie der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen für konkrete Menschenrechts-, Klima- und Friedensarbeit.
  • Das Friedensgutachten 2024 (Link ist extern)der deutschen Friedensforschungsinstitute stellt fest: „Die politischen Projekte globalen Regierens der 1990er und 2000er Jahre – Stärkung und Ausbau multilateraler Institutionen, Förderung von Demokratisierung, extern unterstützte Friedensförderung – sind in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zum Erliegen gekommen oder gescheitert. Zukunftsweisende Ideen für die politische Gestaltung einer neuen globalen Ära sind rar.“

Die Geschichte lehrt uns, dass Kriege zu mehr Leid, Tod und Ungerechtigkeit führen und für die Menschen auf allen Seiten bitter enden. Als ob es keine Alternative gäbe, auf eskalierende Gewalt und Konflikte mit immer mehr Gegengewalt zu reagieren! Um es mit Albert Einstein zu sagen: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Als Christ:Innen werden wir herausgefordert, unser Denken erneuern zu lassen (Röm 12,2) und dem Beispiel Jesu zu folgen, indem wir gemeinsam aufstehen gegen Ungerechtigkeit und Gewalt. Gewaltfreiheit ist eine aktive Form des Widerstands. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Vielzahl von Formen des gewaltfreien Widerstands entwickelt und erforscht, die heute aktueller denn je sind, um Sicherheit neu zu denken(Link ist extern) und die die Grundlage für die Arbeit an Methoden wie zivile Konflikttransformation und soziale Verteidigung bilden.