DFG-VK fordert Gamescom ohne Bundeswehr Im Krieg gibt es keinen Respawn!
Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) kritisiert die Präsenz der Bundeswehr auf der Computerspielmesse Gamescom. Christoph Tophoven, Aktiver der DFG-VK Gruppe Köln findet: „Soldat*in ist kein normaler Beruf. Wer zur Bundeswehr geht, wird dazu ausgebildet zu töten und riskiert selbst verwundet oder getötet zu werden. Eine Ansprache von Kindern und Jugendlichen in verharmlosender Gaming-Sprache vermittelt einen völlig falschen Eindruck vom Dienst an der Waffe, ist unangemessen und verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention und ergänzenden Fakultativprotokollen. Die Zahl der Minderjährigen in der Bundeswehr ist letztes Jahr auf 3.121 gestiegen. Ein neuer Höchststand. Das finden wir grundfalsch!“
Seit 2009 nutzt die Bundeswehr die Gamescom in Köln als Recruiting-Plattform. Mit gezieltem Gaming-Jargon und einer verfälschten Darstellung des Militärdienstes buhlt sie um die Gunst eines jungen Publikums. In früheren Jahren warb die Bundeswehr mit Slogans wie „Multiplayer at its best“, „Mehr Open World geht nicht“, „Entwickle deinen Skill-Tree“ oder „Camper oder Kamerad?“. Damit, so Tophoven „rücken Abenteuer und Gemeinschaftssinn in den Vordergrund – während die tödliche Realität des Dienstes an der Waffe konsequent ausgeblendet wird. Das ist eine schamlose Verharmlosung von Krieg und Streitkräften!“
Letztes Jahr gab die Bundeswehr über 250.000 € für den Stand, Logistik und Werbematerialien aus – Personalkosten für die Standbetreuung mit 32 Personen nicht eingerechnet.
Die DFG-VK startet zum Messestart eine Petition um Unterstützer*innen dafür zu sammeln, dass die Gamescom in Zukunft ohne Bundeswehr stattfindet. Auch die Teilnahme von Bundesnachrichtendienst und Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und Airbus Defence and Space wird im Aufruf kritisiert. Wer die Petition unterschreiben möchte, kann das hier tun: https://dfg-vk.de/gamescom-ohne-bundeswehr
Am Freitag (28. August 2026) und Samstag (29. August 2026) werden Aktive der DFG-VK vor der Kölner Messe (Eingang Süd/Bahnhof Deutz) gegen die Präsenz der Bundeswehr protestieren und junge Menschen über ihr Grund- und Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung aufklären.
Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 26. August 2026