Ein Zeichen der Hoffnung: Humanitärer Schutz für belarussischen Kriegsdienstverweigerer
Gute Nachrichten aus unserem internationalen Netzwerk:
Der belarussische Kriegsdienstverweigerer Hleb hat in Litauen einen humanitären Aufenthaltstitel erhalten. Eine Abschiebung nach Belarus wird nicht erfolgen.
Die Information erreichte uns über die Internationale Fellowship of Reconciliation (IFOR)
Hleb hatte den Militärdienst aus Gewissensgründen verweigert und war zuvor als angebliche „Gefahr für die nationale Sicherheit“ eingestuft worden. Sein erster Asylantrag war abgelehnt worden. Über Monate lebte er ohne gesicherten Status in Litauen und war von Abschiebung bedroht. In Belarus hätte ihm wegen seiner Verweigerung und seiner Beteiligung an den Protesten von 2020 Haft gedroht.
Ein erneuter Asylantrag wurde gestellt. Zwischenzeitlich wurde Hleb von den Migrationsbehörden festgesetzt und mehrere Tage in einem geschlossenen Zentrum festgehalten. Erst durch anwaltliche Unterstützung kam er wieder frei.
Entscheidend war schließlich die internationale Solidarität: Viele von euch folgten dem Aufruf und wandten sich mit Schreiben an die zuständigen litauischen Behörden und Institutionen. Diese Welle der Unterstützung führte dazu, dass der Fall erneut geprüft wurde. Erstmals wurde auch eine offizielle Vulnerabilitätsprüfung durchgeführt, die seine gesundheitliche Situation und besondere Schutzbedürftigkeit bestätigte.
Das Ergebnis:
Litauen erkannte an, dass eine Rückkehr nach Belarus nicht sicher wäre, und erteilte einen humanitären Aufenthaltstitel.
Damit lebt Hleb nun rechtlich abgesichert in Litauen, mit Zugang zu Arbeit, Studium, Gesundheitsversorgung und sozialen Leistungen. Sein Status ist verlängerbar, solange die Gefährdungslage anhält.
Noch ist dies kein politisches Asyl. Doch es ist ein wichtiges Signal – und ein Präzedenzfall. Ein belarussischer Kriegsdienstverweigerer, der zuvor als Sicherheitsrisiko galt, erhält Schutz.
Diese Entscheidung zeigt: Internationale Solidarität wirkt. Briefe, Öffentlichkeit und beharrliche Unterstützung können Leben verändern.