Frieden wagen – auch mitten im Krieg - Rückblick: 4. Ökumenischer Friedensdialog in Münster – Schwere Wege zur Versöhnung
Am 24. Oktober 2025 fand in Münster der 4. Ökumenische Friedensdialog statt – ein gemeinsames Forum der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Evangelischen Friedensarbeit im Raum der EKD. Thema des Abends war die Frage, wie Versöhnung zwischen Russland und der Ukraine gelingen kann – und ob sie überhaupt denkbar ist, solange der Krieg anhält.
Die russische Historikerin Dr. Irina Scherbakowa, Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial, und der ukrainische Menschenrechtler Myroslav Marynovich sprachen offen über Schmerz, Enttäuschung und den weiten Weg zur Aussöhnung. Beide machten deutlich, dass Versöhnung nur auf der Basis eines gerechten Friedens möglich sei.
Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Justitia et Pax) und Landesbischof Friedrich Kramer (EKD-Friedensbeauftragter) unterstrichen, dass Kirchen gerade in solchen Zeiten einen langen Atem und den Mut zum Dialog brauchen.
„Frieden ist nicht nur unser Tun – er ist auch ein Geschenk“, sagte Erzbischof Bentz. Kramer verwies auf den historischen Westfälischen Frieden, der einst in Münster geschlossen wurde, und erinnerte daran, dass selbst langwierige Konflikte enden können, wenn Menschen den Willen zum Frieden nicht aufgeben.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Versöhnung kein schneller Prozess ist, sondern einen langen, ehrlichen Weg erfordert – getragen von Mut, Geduld und Wahrheit.
Seit 2021 findet der Ökumenische Friedensdialog jährlich im Wechsel zwischen Münster und Osnabrück statt – den Städten, in denen einst die Grundlagen des Westfälischen Friedens gelegt wurden.
Die vollständige Pressemitteilung der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Evangelischen Friedensarbeit finden Sie hier:
https://is.gd/Cb7nnS