Global Peace Index 2025: Weltweiter Frieden weiter unter Druck
Der Global Peace Index 2025 zeichnet ein ernüchterndes Bild der weltweiten Friedenslage. Der jährlich veröffentlichte Bericht analysiert den Stand von Frieden und Sicherheit in 163 Staaten, die zusammen fast die gesamte Weltbevölkerung abdecken. Auch im Jahr 2025 setzt sich ein langfristiger Trend fort: Der globale Frieden hat sich erneut verschlechtert. Es ist bereits die 13. Verschlechterung in den letzten 17 Jahren.
Herausgegeben wird der Global Peace Index vom Institute for Economics & Peace (IEP), einem unabhängigen internationalen Forschungsinstitut mit Sitz in Sydney. Das Institut untersucht seit vielen Jahren die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen von Frieden und Gewaltfreiheit. Seine Studien und Indizes werden international breit rezipiert und dienen Regierungen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft als wichtige Referenz.
Der Bericht zeigt, dass bewaffnete Konflikte weltweit weiter zunehmen und sich zugleich verändern. Mit 59 staatlich geführten Konflikten wird ein historisch hohes Niveau erreicht. Immer häufiger sind Staaten zudem militärisch außerhalb ihrer eigenen Grenzen involviert. Diese zunehmende Internationalisierung von Konflikten erhöht das Risiko regionaler Eskalationen und erschwert nachhaltige politische Lösungen.
Besonders deutlich ist auch der erneute Anstieg der Militarisierung. Nach Jahren relativer Stagnation haben sich die militärischen Kennzahlen in über 100 Ländern verschlechtert. Steigende Rüstungsausgaben, eine wachsende Beteiligung an externen Konflikten und zunehmende Todeszahlen durch bewaffnete Auseinandersetzungen prägen das Gesamtbild. Gleichzeitig sinkt die Zahl erfolgreicher Friedensabschlüsse erheblich. Nur ein sehr kleiner Teil der Konflikte endet heute durch Verhandlungen oder verbindliche Friedensabkommen.
Europa bleibt zwar insgesamt die friedlichste Region der Welt, verzeichnet jedoch seit mehreren Jahren eine schleichende Verschlechterung. In anderen Weltregionen ist die Lage deutlich angespannter; lediglich Südamerika konnte im vergangenen Jahr leichte Verbesserungen verzeichnen.
Der Global Peace Index weist zudem auf die enormen ökonomischen Kosten von Gewalt hin. Diese belaufen sich weltweit auf fast 20 Billionen US-Dollar pro Jahr. Der überwiegende Teil entfällt auf militärische Ausgaben und Sicherheitsapparate. Investitionen in zivile Konfliktprävention, soziale Gerechtigkeit und internationale Zusammenarbeit bleiben demgegenüber häufig unterfinanziert.
Als Gegenentwurf betont der Bericht die Bedeutung dessen, was als „positiver Frieden“ bezeichnet wird: funktionierende Institutionen, soziale Teilhabe, Vertrauen, Bildung, Rechtsstaatlichkeit und eine lebendige Zivilgesellschaft. Dauerhafte Sicherheit entsteht nicht durch Abschreckung, sondern durch politische Lösungen, Deeskalation und gerechte gesellschaftliche Strukturen. Der Global Peace Index liefert damit wichtige Argumente für eine Friedenspolitik, die auf zivile Mittel und internationale Kooperation setzt.
Zum Weiterlesen: Global Peace Index 2025
Der Global Peace Index 2025 steht kostenlos als PDF zur Verfügung:
Vollständiger Bericht (PDF):
https://www.visionofhumanity.org/wp-content/uploads/2025/06/Global-Peace-Index-2025-web.pdf
Kurzfassung / Briefing (PDF):
https://www.visionofhumanity.org/wp-content/uploads/2025/06/Global-Peace-Index-2025-Briefing-Web.pdf