EBCO-Jahresbericht 2025: Kriegsdienstverweigerung in Europa unter Druck
Das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Der Bericht zeichnet ein deutliches Bild: In vielen europäischen Ländern verschlechtert sich die Lage von Kriegsdienstverweigernden, Deserteur*innen und Wehrdienstentziehenden. Gleichzeitig nehmen Militarisierung, Aufrüstung und sicherheitspolitische Denkweisen weiter zu.
EBCO beschreibt eine Entwicklung, in der Grundrechte zunehmend unter Druck geraten. Menschen, die den Dienst an der Waffe verweigern, sehen sich vielerorts mit Strafverfolgung, Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung konfrontiert. Besonders kritisch wird die Situation in Ländern betrachtet, in denen das Recht auf Kriegsdienstverweigerung nur eingeschränkt anerkannt oder praktisch erschwert wird.
Der Bericht erinnert daran, dass die Verweigerung militärischer Gewalt ein Menschenrecht ist. Gerade angesichts neuer Debatten um Wehrpflicht und „Kriegstüchtigkeit“ in Europa gewinnt diese Frage erneut an Bedeutung. EBCO fordert deshalb die uneingeschränkte Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung, zivile Alternativdienste ohne Strafcharakter sowie die Einhaltung internationaler Menschenrechtsstandards.
Besondere Aufmerksamkeit richtet der Bericht auf den ukrainischen Pazifisten Yurii Sheliazhenko, dessen Verfolgung international kritisiert wird. Sein Fall steht beispielhaft für den schrumpfenden Raum friedenspolitischer Stimmen in Zeiten des Krieges.
Für den Versöhnungsbund bleibt die Unterstützung von Kriegsdienstverweigernden ein wesentlicher Teil gewaltfreier Friedensarbeit. Die Entscheidung, nicht zu töten und sich militärischer Logik zu entziehen, braucht Schutz, Solidarität und öffentliche Aufmerksamkeit.
Der Bericht wird jährlich vom Europäischen Büro für Kriegsdienstverweigerung veröffentlicht und europäischen Institutionen vorgelegt. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie der DFG-VK weist der Versöhnungsbund auf die Situation von Kriegsdienstverweigernden in Europa hin.
Weitere Informationen sowie der vollständige Bericht finden sich auf der Website von EBCO.