Ein Statement in herausfordernden Zeiten: Mehr Demokratie leben!

Der Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem e.V. erinnert an den christlichen Widerstand während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Auf der Basis eines evangelischen Bildungsverständnisses vermittelt er nicht nur Wissen, sondern auch Werte, die eine demokratische Gesellschaft heute tragen.

Extremisten spalten die Gesellschaft, bieten mit populistischen Programmen einfach scheinende Lösungen für komplexe Herausforderungen. Sie wollen die freiheitlich demokratische Grundordnung zerstören. Mit Hass und Hetze, einer fremdenfeindlichen Rhetorik und völkischen Parolen stehen sie für eine Zukunft, in der Anstand keine Rolle spielt. Sie sind vieles, nur keine erstrebenswerte Alternative für unser Land.

Die Abkehr der Extremisten von demokratischen Grundsätzen und von rechtsstaatlichen Prinzipien wird inzwischen begleitet von unverhohlen in Reden und Schriften vorgetragenen Forderungen, demokratische Institutionen abzuschaffen.

Es geht nicht mehr um die Aufforderung „Wehret den Anfängen”, es geht darum, die Demokratie zu verteidigen!

Eine Gesellschaft, die im besten Sinne für ein friedliches Miteinander streitet, darf die Abkehr von Toleranz, Offenheit für Diversität und Mitmenschlichkeit nicht zulassen. Sie muss im wahrsten Sinne des Wortes „Gesicht zeigen”. Jede und jeder hat die Möglichkeit, mit der eigenen Stimme eine Entscheidung für ein pluralistisches Deutschland in einem geeinten Europa zu treffen.

Wir setzen uns für eine Kultur des Erinnerns ein. Wir wollen „eine Generation von Zeugen von Zeugen von Zeugen” (Eli Wiesel) sein, daraus lernen und die Konsequenzen für unser Handeln in der Gegenwart ziehen. „Mehr Demokratie leben” bedeutet, eine glasklare Haltung für den Schutz der universellen Menschenrechte einzunehmen und es auch zu zeigen.

Wir laden Menschen mit Migrationsgeschichte ein, unsere Erinnerungsarbeit mitzugestalten und profitieren dabei von deren Erfahrungen und Perspektiven.

Wir setzen uns aktiv für die Vernetzung zivilgesellschaftlicher Akteure ein, denn nur im Miteinander, in der demokratischen Auseinandersetzung auf Augenhöhe, lösen wir die brennenden Probleme unserer Zeit.

Vorstand und Ehrenamtliche unseres Vereins blicken mit Sorge auf die bevorstehenden Landtagswahlen. Wir erleben, wie die Polarisierung unserer Gesellschaft absichtsvoll vertieft und wie mit eindeutig verfassungswidrigen Forderungen Stimmung gemacht wird.

Deshalb unser Appell: Machen wir unsere Haltung für eine demokratische, faire und vielfältige Gesellschaft deutlich. Lassen wir unser Zusammenleben nicht von Hass und Hetze bestimmen, sondern von Respekt und Toleranz, von Dialog und Verständigung.