DFG-VK beendet 25. Bundeskongress: Friedensfähig statt kriegstüchtig!

Friedensorganisation fordert Kurswechsel in der Sicherheitspolitik – Neuer Bundessprecher*innenkreis und Politischer Geschäftsführer gewählt - Schulstreikbewegung erhält den Ludwig-Baumann-Preis – Margot Käßmann zu Gast

Stuttgart, 26. Oktober 2026 – Mit deutlichen Forderungen nach Abrüstung, einer Stärkung der Kriegsdienstverweigerung und einer friedensorientierten Außenpolitik ist am Sonntag der 25. Bundeskongress der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in Stuttgart zu Ende gegangen. Drei Tage lang berieten die Delegierten über die zukünftige Ausrichtung der Friedensorganisation in Zeiten zunehmender Aufrüstung und Militarisierung. Unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig!“ verabschiedeten sie eine Abschlusserklärung, die einen grundlegenden Kurswechsel in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik fordert.

Ein besonderer Schwerpunkt des Kongresses lag auf dem Widerstand gegen die drohende Wiedereinführung der Wehrpflicht und der Unterstützung junger Menschen. Die DFG-VK begrüßt die wachsenden Proteste von Schüler*innen und jungen Menschen gegen militärische Dienstpflichten und will ihre Beratungs- und Unterstützungsangebote für Kriegsdienstverweigernde weiter ausbauen. Dazu gehört insbesondere die Stärkung lokaler Beratungsstrukturen und die Zusammenarbeit mit neuen antimilitaristischen Jugendinitiativen. Am Freitagabend wurde daher die Schulstreikbewegung mit dem Ludwig-Baumann-Preis ausgezeichnet. Dieser wird alle zwei Jahre vom Carl-von-Ossietzky-Solidaritätsfonds der DFG-VK vergeben. Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und DFG-VK-Mitglied Margot Käßmann sprach am Samstagvormittag zu den Delegierten.

Auch die massive Erhöhung der Militärausgaben wurde auf dem Kongress scharf kritisiert. In ihrer Abschlusserklärung warnen die Delegierten vor den gesellschaftlichen Folgen der Aufrüstung und fordern, öffentliche Mittel stattdessen stärker in soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Klimaschutz zu investieren. Die Friedensorganisation spricht sich gegen sämtliche Formen staatlicher Zwangsdienste aus und betont, dass gesellschaftliches Engagement freiwillig bleiben müsse.

Darüber hinaus bekräftigte der Bundeskongress seine internationale Solidarität mit Kriegsdienstverweiger*innen und Deserteur*innen. Die DFG-VK fordert Schutz und sichere Aufnahme für Menschen, die sich dem Kriegsdienst entziehen. Weitere Schwerpunkte der Abschlusserklärung sind die Ablehnung von Nationalismus und Rechtsextremismus, die Forderung nach diplomatischen Lösungen für internationale Konflikte sowie neue Initiativen für Abrüstung, Rüstungskontrolle und zivile Konfliktbearbeitung.

Personelle Veränderungen im Bundesverband

Neben den inhaltlichen Beratungen standen auch wichtige personelle Entscheidungen auf der Tagesordnung. Yannick Kiesel wurde zum neuen Politischen Geschäftsführer der DFG-VK gewählt. Er wird künftig die politische und strategische Arbeit des Bundesverbandes mitgestalten und die öffentliche Positionierung der Friedensorganisation begleiten.

„Statt die Gesellschaft immer weiter auf Krieg vorzubereiten, brauchen wir eine Politik, die Frieden ermöglicht. Dafür müssen Diplomatie, Abrüstung und zivile Konfliktlösungen wieder in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig wollen wir diejenigen stärken, die sich der Militarisierung widersetzen – insbesondere die junge Generation“, so der neu gewählte politische Geschäftsführer.

Auch die Bundessprecher*innen wurden auf dem Kongress gewählt. Dem neuen Bundessprecher*innenkreis gehören an: Ralf Buchterkirchen, Jürgen Grässlin, Cornelia Mannewitz, Wolfgang Menzel, Nils-Holger Schomann, Thomas Carl Schwoerer und Willi Rester.

Mit den Beschlüssen und personellen Entscheidungen stellt sich die DFG-VK für die kommenden Jahre auf. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Kriegsdienstverweigerungsberatung, die Unterstützung antimilitaristischer Jugendproteste und die Stärkung einer breiten, generationenübergreifenden Friedensbewegung.

Die vollständige Abschlusserklärung und weitere Informationen zum Bundeskongress sind demnächst unter https://buko2026.dfg-vk.de/ und https://dfg-vk.de abrufbar.

Pressemitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, Stuttgart, 26. Oktober 2026