Längerfristige Freiwilligendienste

Liste der Länder, in die unsere Mitgliedsorganisationen entsenden

Was zeichnet längerfristige Freiwilligendienste aus?

Längerfristige Freiwilligendienste bieten Menschen die Möglichkeit, sich in einem klar definierten Rahmen für eine Dauer von ca. einem Jahr (min. 3 bis max. 24 Monate) zu engagieren. Zu unterscheiden sind Freiwilligendienste im Inland - beispielsweise im Rahmen des Freiwilligen Sozialen und Freiwilligen Ökologischen Jahres (FSJ/FÖJ) oder des Bundesfreiwilligendienstes - und im Ausland.

Längerfristige Freiwilligendienste zeichnet ein „Dreieckverhältnis“ aus: Den Träger, der u.a. die Auswahl und die pädagogische Betreuung sicherstellt, die/der Freiwillige und die Einsatzstelle, in der sie/er mitarbeitet. Bei grenzüberschreitenden Freiwilligendiensten sorgt der Träger für Vorbereitungs- und Begleitseminare sowie ein Reversprogramm, Visa, die soziale Absicherung etc. und stellt eine kontinuierliche Ansprechperson. Die fachliche Anleitung und Begleitung erfolgt durch die Einsatzstelle im jeweiligen Land. 

Es gibt ein vielfältiges Angebot an internationalen Freiwilligendiensten unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Träger, die jeweils ein eigenes Profil haben – die Mitglieder der AGDF fördern das Engagement für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

Welche öffentlichen Förderprogramme gibt es?

Viele Träger nutzen für ihre internationalen Freiwilligendienste verschiedene öffentliche Förderprogramme, aber es gibt auch „unregulierte“ Freiwilligendienste im Ausland.

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Im Rahmen des Förderprogramms Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird der Dienst von z.Z. ca. 3.000 jungen Menschen im Ausland finanziell gefördert. Damit verbunden ist ein Anspruch auf Kindergeld und Waisenrente. In der Richtlinie ist u.a. die Qualität der Angebote geregelt. Nähere Infos zum IJFD sind u.a. auf der Website des BMFSFJ zu finden. 

Auch aufgrund der ungünstigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen (s.u.) gibt es zudem unregulierte.

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst (Weltwärts)

Mit dem Förderprogramm „weltwärts“ fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ von z.Z. ca. 3.400 jungen Menschen (18-28 Jahre) im globalen Süden. Erwartet wird von den Freiwilligen nicht nur der Einsatz in einem „Entwicklungsprojekt“, sondern dass sie sich auch nach ihrem Dienst entwicklungspolitisch engagieren. Mit weltwärts verbunden ist ebenfalls ein Anspruch auf Kindergeld und Waisenrente. In der Richtlinie ist u.a. die Qualität der Angebote geregelt. Nähere Infos zu weltwärts sind auf der weltwärts Website zu finden.

Der Europäische Freiwilligendienst

Mit dem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) fördert die Europäische Union den 2-12 monatigen Dienst junger Menschen (bis 30 Jahre) in einem anderen europäischen Land. Durch den EFD sind u.a. die soziale Sicherung und die Qualität der Angebote geregelt, es gibt einen Kindergeldanspruch. Nähere Infos zum EFD sind zu finden auf auf der Website "go4europe".

Wie ist die Qualität der Angebote?

Durch Richtlinien wird in den genannten Förderprogrammen die Qualität der Angebote geregelt, vor allem bei unregulierten Auslandsdiensten oder dem sog. Anderen Dienst im Ausland ist sie aber sehr unterschiedlich. So gibt es etablierte Träger und solche, die wenig Erfahrung haben und/oder nur wenige Plätze anbieten. Um die eigene Qualität zu sichern und Transparenz herzustellen, haben sich einige Träger - wie die in der AGDF – verpflichtet, definierte Standards einzuhalten. Die Angebote der AGDF Träger sind zudem von der Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten QUIFD zertifiziert.  

Wie engagiert sich die AGDF für Freiwilligendienste?

Die AGDF setzt sich seit Anfang der 1970er Jahre für verbesserte Rahmenbedingungen und eine größere Anerkennung von längerfristigen Freiwilligendiensten ein – teilweise mit Erfolg. Sie ist anerkannte Zentrale Stelle beim IJFD und anerkanntet Qualitätsverbund für weltwärts. Die in der AGDF organisierten Träger tauschen ihre Erfahrungen im Fachbereich „Dienste“ aus und haben Qualitätsstandards verabredet. Die AGDF ist mit anderen Verbänden und Organisationen vernetzt. Sie ist wesentlicher Motor der Konferenz evangelischer Freiwilligendienste, die die Interessen der Dienste im Raum der evangelischen Kirche vertritt und Qualitätsstandards für ihre Angebote vereinbart hat. Weiter ist sie Mitglied im „Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee“ (AKLHÜ). Beim AKLHÜ angesiedelt ist der „Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste“, in dem primär die Interessenvertretung der Anbieter koordiniert wird. Außerdem arbeitet die AGDF im evangelischen Forum entwicklungspolitischer Freiwilligendienst (eFeF) mit, in dem evangelische Träger und ihre Verbände ihre Anliegen zum Förderprogramm "weltwärts" des BMZ bündeln und sich vernetzen. Die AGDF stellt einen der beiden Sprecher des eFeF, bei ihr ist zudem ein Projekt des Verbundes angesiedelt, das ehemalige Freiwillige zu "MultiplikatorInnen für Globales Lernen" ausbildet.

Die AGDF ist zudem Mitglied beim Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE).

Wie kann ich mich für längerfristige Freiwilligendienste bewerben?

Wer sich für einen Freiwilligendienst im Ausland interessiert, erhält weitere Informationen direkt bei den Organisationen, die in der AGDF organisiert sind: http://friedensdienst.de/agdf-mitgliederliste
Einen kompakten Überblick der Angebote unserer Mitgliedsorganisationen, aber auch weitergehende Informationen, Kontakte und Informationen finden Interessierte auf der Website www.ein-jahr-freiwillig.de.