AGDF-PM: Stopp der Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen bietet eine Chance für Gespräche

Bonn, 4. Mai 2026/dj

Die Ankündigung der USA, vorerst keine Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, bietet nach Ansicht der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) die Chance, nun mit Russland, aber auch mit China in Verhandlungen über eine neue Rüstungskontrolle und Rüstungsbegrenzungen bei landgestützten Mittelstreckenwaffen zu treten.

„Seit 2019 gibt es keinen Abrüstungsvertrag mehr für diese Waffen“, so Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer, mit Verweis auf das Auslaufen des 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossenen INF-Vertrages, der unter anderem zum Abzug der in Westdeutschland stationierten Pershing II und Cruise Missiles führte.

Die Folge ist nach Ansicht der AGDF eine gefährliche Entwicklung, die aufgrund der kurzen Vorwarnzeiten für Mittelstreckenwaffen die Gefahr für einen Krieg zwischen der NATO und Russland in Europa immens erhöht. Denn Russland hat gerade die Stationierung von Mittelstreckenraketen an seiner Westgrenze und in Belarus angekündigt, europäische Staaten planen die Entwicklung und Stationierung solcher Waffensysteme.

„Der NATO-Doppelbeschluss von 1979, der auf die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen reagierte, war damals mit einem Gesprächsangebot über Rüstungskontrollgespräche zwischen den damaligen Supermächten verbunden. Dies wurde bei der Ankündigung der Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland durch US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz 2024 unterlassen“, erläutert Jan Gildemeister. „Die Entscheidung der US-Regierung, vorerst keine Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, sollte zu neuen Gesprächen für eine Rüstungsbegrenzung und Rüstungskontrolle in Europa genutzt werden“, gibt der AGDF-Geschäftsführer zu bedenken. Und er macht deutlich: „Daran müsste gerade auch Deutschland ein großes Interesse haben.“

Die AGDF unterstützt die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig: Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen“, die sich gegen die Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen und eine Stationierung in Europa wendet und ein INF-Nachfolgeabkommen fordert.

Kontakt: Jan Gildemeister, Tel. 0228/24 999-13