Auch in Deutschland sind Nachfrage und Bedürfnisse nach Fachwissen zur Konfliktbearbeitung in den letzten Jahren stark gewachsen. Konflikte sind Teil unseres Zusammenlebens und zentral für demokratische Aushandlungsprozesse. Sie zeigen, welche Themen wichtig sind und wo Interessen auseinanderdriften. Wenn Konflikte konstruktiv bearbeitet werden, können sie Veränderungen anstoßen und eine gerechtere, demokratischere Gesellschaft fördern. Die AGDF arbeitet seit Jahrzehnten an Konzepten und Ideen zum Ausbau einer professionellen Konfliktarbeit hierzulande mit.
Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung
Der Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung
Seit Januar 2025 gibt es den Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung. Darin haben sich sieben Organisationen zusammengeschlossen. Sie bündeln und erweitern Wissen, Ansätze und Angebote im Bereich der demokratischen Konfliktbearbeitung und machen sie für Engagierte in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zugänglich. Bis 2028 soll eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft „Demokratische Konfliktbearbeitung“ entstehen. Gefördert wird der Verbund im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ (Aufbau einer bundeszentralen Infrastruktur) vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Der Kooperationsverbund fungiert als zentrale Anlaufstelle und Ort fachlicher Debatten für demokratische Konfliktkultur. Er bündelt die Expertise zur demokratischen Konfliktbearbeitung, entwickelt Standards weiter, bietet Raum für Wissensaustausch und erweitert Wissensbestände. Aufgabe ist es, Angebote wie Dialogformate, Konfliktberatung, Weiterbildungen oder die Auseinandersetzung mit Konflikten im digitalen Raum stärker sichtbar zu machen. Die Angebote richten sich an verantwortliche Fachstellen und an Akteurinnen und Akteure, die sich mit Konflikten auseinandersetzen oder sich selbst in einer Konfliktsituation befinden.
Die sieben Verbundpartner bringen langjährige Erfahrung in der Friedens- und Konfliktarbeit sowie der Demokratieförderung im In- und Ausland zusammen.
Die Verbundpartner sind
- AGDF – Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden e. V (https://friedensdienst.de/)
- Aktion Zivilcourage e. V. (https://www.aktion-zivilcourage.de/)
- BSV – Bund für Soziale Verteidigung e. V. (https://soziale-verteidigung.de/)
- Pro Peace (https://www.propeace.de)
- Gegen Vergessen – für Demokratie e.V. (https://gegen-vergessen.de/)
- K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e. V. (https://k3b-saw.de/)
- Stiftung SPI – Sozialpädagogisches Institut Berlin (https://www.stiftung-spi.de/)
Die AGDF im Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung
Die AGDF arbeitet in enger Kooperation mit ihrer Mitgliedsorganisation Friedenskreis Halle in dem Verbund mit. Schwerpunkte der Arbeit sind:
- Aufbau des Bundesnetzwerks Konfliktbearbeitung
- Weiterentwicklung von Standards und Kursformaten für gewaltfreie Konfliktbearbeitung (mit dem QVB)
- Konfliktbearbeitung, Fachaustausch und Vernetzung zu den vier Themenfeldern Transformationskonflikte, Konfliktbearbeitung durch (lokale) zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, Erfahrungen aus der internationalen Arbeit und Erinnerungs- und Solidaritätsarbeit zu gewaltsamen Übergriffen und Terroranschlägen.
Aktuelles aus dem Projekt
Am 30.10.2025 startet ein Grundkurs Konfliktbearbeitung für Menschen, die in Deutschland Erfahrungen mit Rassismus machen. Der Kurs findet auf Arabisch, Deutsch und Englisch statt und startet in Halle/Saale mit weiteren Terminen in Leipzig, Wustrow und online. Weitere Infos hier auf Arabisch, Deutsch und Englisch.
- Vom 12. bis zum 14.11.2025 findet unter dem Motto „Andocken, Kurs nehmen, Zukunft sichten – Konfliktbearbeitung im Aufbruch “ das erste bundesweite Treffen des Bundesetzwerks Konfliktbearbeitung in Loccum statt. Der Initiativkreis des neu entstehenden Netzwerks lädt zusammen mit dem Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung und der Evangelischen Akademie Loccum dazu ein. Ziel ist es, sich künftig gemeinsam für konstruktive Konfliktbearbeitung in Deutschland zu engagieren. Das Netzwerk wird gesellschaftliche Konflikte bearbeiten, Ansätze und Methoden weiterentwickeln, zur Konfliktbearbeitung forschen und Fachexpertise in den politischen Diskurs einbringen. Auf dem Treffen soll der Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt werden. Dabei geht es um Perspektiven zur Vernetzung und Zusammenarbeit, fachlichen und inhaltlichen Austausch und Wege, um die Bedeutung von Konfliktbearbeitung für eine starke demokratische Gesellschaft künftig stärker in den Fokus zu rücken.
Wenn Sie mehr zu dem Projekt wissen möchten, wenden Sie sich an:
Bernd Rieche, Referent AGDF mit Schwerpunkt Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensbildung
Kontakt: rieche[at]friedensdienst.de
Flyer Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung