PM: BMZ-Kürzungen gefährden Grundlagen internationaler Zusammenarbeit - Verband Internationale Dienste appelliert an Kabinett: “Es ist noch nicht zu spät!”
BONN, 30. April 2026
Mit dem gestrigen Beschluss der Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027 warnt der Verband Internationale Dienste (vidi) vor den konkreten Folgen weiterer Kürzungen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Die Einschnitte im laufenden Haushalt betreffen nicht nur einzelne Programme, sondern die Strukturen, durch die internationale Zusammenarbeit ermöglicht wird.
Die Auswirkungen sind bereits deutlich spürbar: Internationale Kooperationen werden eingeschränkt, gewachsene Partnerschaften geraten unter Druck und Handlungsspielräume zivilgesellschaftlicher Träger nehmen deutlich ab.
Gleichzeitig sieht der Verband einen zunehmenden politischen Widerspruch:
Noch vor wenigen Tagen betonte Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich der Hannover Messe die Bedeutung globaler Partnerschaften und internationaler Zusammenarbeit als zentrale Zukunftsaufgabe.
Die aktuellen Haushaltsplanungen stellen jedoch genau jene Strukturen infrage, die diese Partnerschaften konkret tragen und langfristig absichern. Der vidi-Vorstand formuliert es so:
"Die Konsequenzen der Kürzungen im aktuellen Haushalt spüren wir bereits mit voller Härte. Weitere Einsparungen in dem Ministerium, das die Grundlagen für unsere internationale Zusammenarbeit schafft und damit in unser aller Zukunft investiert, stehen im direkten Widerspruch zu den politischen Zielsetzungen, die derzeit formuliert werden.”
Programme wie weltwärts und die Fach- und Entwicklungsdienste sind nicht nur Teil der Entwicklungszusammenarbeit, sondern zentrale Infrastruktur internationaler Kooperation insgesamt. Sie qualifizieren Menschen für internationale Zusammenarbeit, ermöglichen langfristige Partnerschaften und stärken Deutschlands Rolle als verlässlicher Partner weltweit.
Der vidi-Vorstand warnt vor den langfristigen Folgen: Wenn diese Strukturen geschwächt werden, steht nicht nur die Zukunft einzelner Programme infrage, sondern die Grundlage belastbarer internationaler Zusammenarbeit insgesamt.
Es ist noch nicht zu spät: „Die anstehenden Haushaltsentscheidungen sind richtungsweisend. Sie zeigen, welchen Stellenwert internationale Zusammenarbeit tatsächlich hat – nicht in Worten, sondern in konkretem politischem Handeln.“
vidi (vormals AKLHÜ) ist Dachverband mit über 65 zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen, die internationale Freiwilligen- und Personaldienste verantworten. Wir verstehen uns als Netzwerk, Sprachrohr und Fachstelle – getragen von den Ideen, Kompetenzen und dem Engagement unserer Mitglieder.Wir arbeiten dort, wo einzelne Organisationen Unterstützung brauchen: In der politischen Interessenvertretung, der Qualitätsentwicklung, im Austausch und in der strategischen Zusammenarbeit.
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