Auch wenn das Konzept für die Friedensgespräche gerade noch entwickelt wird, eines können wir schon sagen: Es wird darum gehen, uns als Menschen zu erleben mit je eigener Geschichte, eigenen Wünschen und Hoffnungen. 

Da liefert die Einladung der evangelischen Kirche zur Fastenzeit 2026 für uns die perfekte Aufwärmübung: Probieren wir mal aus, ein paar Wochen ohne Härte auszukommen. 

Wenn ich eine Kritik an mir nicht als Angriff auf mich verstehe, muss ich nicht zurückschießen. Wenn meinem Gegenüber etwas nicht gelingt und mir dadurch Aufwand entsteht, kann ich mich ärgern, mich beschweren, meinem Gegenüber auch Mehraufwand verschaffen... oder ich frage nach, was zu dem Missgeschick geführt hat und übe mich in Mitgefühl. Wenn ich als Radfahrer mal wieder von einem abbiegenden Auto geschnitten werde, kann ich explodieren - klar! Doch wer explodiert, schadet häufig vor allem sich selbst, das Auto ist samt Insassen längst weiter gefahren. 

Sieben Wochen ohne Härte ist die Einladung zur Selbstbeobachtung. Es geht natürlich nicht darum, unsere Meinung zurückzuhalten. Wo Unrecht passiert, lasst uns aufstehen und Unrecht ansprechen. Vielleicht erreichen wir sogar mehr, wenn wir dabei unser Gegenüber als Mensch im Blick behalten. 

Und sieben Wochen ohne Härte ist auch eine Einladung zur Nachsicht mit uns selbst. Veränderung hat die größte Chance, wenn sie auch mal misslingen darf.

Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte

Sieben Wochen ohne Härte