Ihr haltet einen Gottesdienst mit direktem Bezug zu einem polarisierenden friedenspolitischen Bezug und wollt direkt im Anschluss zu einem Friedensgespräch einladen? Wir geben euch ein Format, das in 60 Minuten passt.
So geht es:
Hat eure Kirche feste Bänke? Dann bittet die Gemeinde nach dem Abschlusssegen nach vorn in den Altarraum. Dort setzt ihr euch in einem großen Stuhlkreis zusammen. Die Moderation erklärt den Ablauf:
Wir haben eben in der Predigt gehört, "Selig sind die Friedensstifter". Sicher hat das einiges in euch in Bewegung gebracht. Wie geht Friedenstiften für euch persönlich? Was versteht ihr darunter? Wir kommen gleich in Dreiergruppen zusammen und reden über dieses Thema. Jede Kleingruppe nimmt sich ihre Stühle und sucht sich einen Platz hier in den Ecken des Altarraums. Ich habe drei Fragen vorbereitet, die gebe ich euch nach und nach. Immer eine Person von euch dreien spricht, die beiden anderen hören zu. 3 Minuten lang. Danach gebe ich das Signal mit diesem Glöckchen, das heißt, die zweite Person spricht usw. Nachdem alle einmal dran waren, gebe ich ein Signal, dann verlasst ihr eure Stühle und geht gemeinsam als Dreiergruppe im Uhrzeigersinn weiter zu einer freiwerdenden Sitzgruppe. Lasst euch dort nieder und ihr bekommt die zweite Frage und beginnt erneut. Eine Person spricht, die beiden anderen hören zu.
Nach drei Runden kommen wir wieder im großen Kreis zusammen. Achtet darauf, dass ihr von euch sprecht, von euren Gefühlen, Erinnerungen, Ideen.
Ihr bildet die Dreiergruppen, indem ihr die Gesamtzahl der Anwesenden durch 3 teilt und abzählt. (Also bei 30 Menschen zählt ihr reihum von 1-10, jede Person merkt sich die eigene Zahl und findet anschließend die beiden anderen Gruppenmitglieder.)
Die Gespräche in den Ecken dauern 3 Personen x 3 Minuten x 3 Runden = 27 Minuten plus 3 Minuten für die Ortswechel zwischen durch.
Die drei Perspektivfragen:
- Wie geht es dir mit diesem Thema?
- Was sind deine Hoffnungen / Visionen in Bezug auf dieses Thema?
- Was brauchst du, um mit dem Thema weiter zu kommen?
Nach den drei Runden bittet die Moderation alle wieder in den großen Stuhkreis und fragt:
Was habt ihr erlebt? Möchte jemand etwas teilen?
Nach einigen 5 Rückmeldungen (5 Minuten) leitet die Moderation zur nächsten Frage:
Unser Thema ist Frieden Stiften. Darüber Sprechen und einander Zuhören ist ein Anfang. Und da geht noch mehr. Was möchtet ihr aus dem Erlebten mitnehmen in die Welt außerhalb dieser Kirchenmauern? Jede und jeder ist jetzt eingeladen, für 2 Minuten in Stille zu überlegen, wie er oder sie die Welt ändern möchte, ganz konkret im Kleinenoder Großen. Hier gibt es Stifte und Kärtchen, da könnt ihr für euch etwas notieren. Ihr wisst ja, es geht nicht darum, andere zu ändern. Das klappt eh nicht. Aber wir können uns ändern und unser Miteinander. Überlegt mal, was ihr gern machen würdet.
Nach zwei Minuten Stille setzt die Moderation fort.
Gibt es jemanden, die oder der ein Vorhaben öffentlich aussprechen möchte? Manchem hilft das, damit es verbindlicher wird, oder um Verbündete zu finden, die vielleicht mitmachen wollen oder einfach als Inspiration, vielleicht lässt sich ja jemand anstecken.
Manchmal braucht es hier ein bisschen Ruhe und die Bereitschaft zu warten und den Raum offen zu halten. Meistens findet sich jemand und macht den Anfang und andere nehmen den Faden gern auf. Falls es keine öffentlichen Ankündigungen gibt - auch gut! Dann endet die Moderation:
Lassen wir uns einfach überraschen. Halten wir die Augen offen und schauen mal, ob wir die Veränderungen in unserem Umfeld wahrnehmen. Und für heute enden wir hier. Wir können gleich noch gemeinsam Tee oder Kaffee trinken und wer schon gehen will, kann das natürlich auch tun.
Friedensgespräch nach dem Gottesdienst
Was ist FRIEDENSGESPRÄCHE. WERTSCHÄTZEND + KONTROVERS?
Das Projekt FRIEDENSGESPRÄCHE lädt Menschen ein, wieder in Begegnung zu gehen und sich gemeinsam an die großen Themen zu wagen. Neugierig, respektvoll und einfühlsam.