Vertraue dem Frieden und lebe ihn!

Aufruf zur Menschenkette für den Frieden beim Kirchentag in Dortmund, Sa 22.6.2019

Wir sind beunruhigt:

In Europa wie in der Politik der Großmächte breitet sich ein gefährlicher Nationalismus aus. Ein Nationalismus, der eigene Interessen und Stärke rücksichtslos an erste Stelle setzt. In Deutschland, in Europa und weltweit erleben wir eine neue Dynamik von Aufrüstung. Vereinbarungen zur Rüstungskontrolle wie der INF-Vertrag werden missachtet und aufgekündigt.

Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund vom 19. bis 23. Juni wollen wir mit einer starken, ermutigenden Friedensaktion auf diese Entwicklungen reagieren. Unter dem Motto des Kirchentages "Was für ein Vertrauen" rufen wir dazu auf:
Vertraue dem Frieden und lebe ihn!

Wir leben in einer Welt, in der wir vernetzt und aufeinander angewiesen sind. Militärische Machtpolitik sowie nationaler und wirtschaftlicher Egoismus sind nicht zukunftsfähig. Wir setzen uns ein für eine Kultur der Gewaltfreiheit. Wir wissen: die Wege der zivilen Konflikttransformation, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung sind nachhaltig und zukunftstauglich.

Wir bitten euch daher:

  • Unterschreibt als Organisation und / oder Einzelperson unseren Aufruf (s.u.) zur Friedensaktion und Menschenkette 'Vertraue dem Frieden und lebe ihn': Mail an stehn [aet] friedensdienst.de (subject: Menschenkette%20f%C3%BCr%20den%20Frieden) (Koordination Menschenkette)

  • Veröffentlicht den Aufruf in euren Medien.

  • Kommt zum Vorbereitungstreffen am Samstag, dem 25.5. von 11 bis 16 Uhr in Dortmund (Langer August, Braunschweiger Str. 22, Karte, Anmeldung: stehn [aet] friedensdienst.de).

  • Teilt uns mit, ob und wie ihr uns während des Kirchentages unterstützen könnt.

D er bisherige Stand unserer Aktionsideen sieht vor, dass während des Kirchentages eine Vielfalt von dezentralen Friedensaktivitäten stattfinden, die am Samstag, dem 22.6. mittags zu einer Menschenkette für den Frieden zusammenkommen.

Kontakt: Jan Stehn stehn [aet] friedensdienst.de

Pressemitteilung zur Aktionsankündigung

Aufruf zur Menschenkette für den Frieden
am Samstag, den 22.6.2019 beim Kirchentag in Dortmund

Lasst uns gemeinsam zeigen, worauf wir vertrauen:
 

Wir setzen unser Vertrauen

  • in die Kraft und die Methoden der Gewaltfreiheit.

  • in einen schonenden, solidarischen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

  • in Völkerverständigung, Multilateralismus und eine Politik der guten Nachbarschaft.

  • in eine offene, kulturell und religiös vielfältige und geschlechtergerechte Gesellschaft.

  • in ein gemeinsames, weltoffenes Haus Europa.

  • in den Gott und die Kraft der Gerechtigkeit und des Friedens.
     

Wir misstrauen

  • Waffengewalt und militärischer Stärke.

  • einer Wirtschaft, die die Lebensbedingungen unseres Planeten zerstört.

  • einer interessengeleiteten Bündnis- und Machtpolitik.

  • patriarchaler und rassistischer Dominanz und nationalistischer Abschottung.

  • der zunehmenden Militarisierung des europäischen Kontinents.

  • der Vergötzung von Geld und Macht und der Ideologie des Wachstums.
     

Von der Politik fordern wir:

  • Deutschland und die Europäische Union planen zusätzliche Milliarden-Ausgaben für das Militär.
    » Wir fordern, Rüstungsausgaben zu senken und die Mittel für zivile Krisenprävention und gewaltfreie Konfliktbearbeitung auszubauen.
     
  • Weltweit werden Atomwaffen modernisiert und ausgebaut.
    » Wir fordern, dass Deutschland und andere europäische Staaten sich dem Atomwaffen-Verbotsvertrag der Vereinten Nationen anschließen.
     
  • Die Rüstungsindustrie liefert Waffen und Ausrüstung in Kriegsgebiete und an Länder, in denen Menschenrechte missachtet werden.
    » Wir fordern den sofortigen Stopp von Waffenexporten in Krisen- und Kriegsgebiete und die Konversion der Rüstungsindustrie zu ziviler Produktion.
     
  • Klimawandel, Nationalismus und unfairer Handel verschärfen Konflikte und verursachen Kriege.
    » Wir fordern schnelle und effektive Maßnahmen, um den Klimawandel zu stoppen. Handel und Globalisierung müssen sich an ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Fairness orientieren.
     

Wir wollen Frieden leben und setzen uns deshalb ein:

  • für Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit - gegen Krieg und militärische Drohungen.

  • für Dialog und Respekt zwischen Menschen verschiedenen Glaubens, unterschiedlicher Überzeugung und Herkunft.

  • für eine Lebensweise ohne Raub an Ressourcen und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen.
     

Christinnen und Christen unter uns erwarten von ihren Kirchen:

  • ein eindeutiges Bekenntnis zu dem Frieden, der in der Liebe und Gewaltlosigkeit Jesu gründet,

  • eine deutliche Stimme und hohes Engagement, die ermutigen, im Vertrauen auf Gott Ausgrenzung und Feindschaft zu überwinden,

  • eine selbstkritische Auseinandersetzung mit eigenen Machtstrukturen, Machtmissbrauch und menschenverachtendem Fehlverhalten.

  • Von der EKD-Synodentagung im November diesen Jahres in Dresden wünschen wir uns klare Entscheidungen und Impulse auf dem Weg zu einer Kirche des Friedens, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung.

Folgende Organisationen unterstützen den Aufruf für eine Menschenkette für den Frieden am 22.6.2019

(Stand 20.3.19)